Bayerischer Schreiner holt Gold in London 2011
Die Sponsoren der deutschen Schreiner bei der Worldskills 2005

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Internationale Berufsweltmeisterschaft 2005 - Helsinki
 

Interview mit den Trainern der Weltmeister der Worldskills 2005

    
Herr Schauer, Herr Langenmair, zweimal Gold: Gratulation – wie fühlt man sich?
( Schauer ) Mit 2 Goldmedaillen im Gepäck aus Helsinki zurückzukehren ist für uns ein einmalig schönes Erlebnis. Einen solchen Erfolg zu haben hätten wir uns nicht mal erhofft. In beiden Berufen den Weltmeister zu stellen hat keine andere Nation in den letzten Jahren geschafft! Wir hoffen jetzt, dass der Wettkampf in Deutschland auch mehr Beachtung findet und ein Ansporn für unsere jungen Schreiner geschaffen werden konnte.
Dass die deutschen Teilnehmer gut abschneiden, hat ja eine gewisse Tradition. Aber wo lag nun heuer der Schlüssel zum ganz großen Erfolg?
( Langenmair ) Der Erfolg hatte viele Grundlagen. Beide Teilnehmer zeigten schon in der Vorbereitung sehr hohes fachliches Können und waren hochmotiviert. Sie haben sich über Monate vorbereitet und dabei vielFreizeit geopfert. Auch die Unterstützung der Betriebe und der Sponsoren war ein wichtiger Betrag. Die Vorbereitungswochen waren sehr arbeitsintensiv, oft wurden 2 Prüfungsstücke in einer Woche gefertigt – teilweise bis 10.00 Uhr abends gearbeitet. Die Treffen der Bau – und Möbelschreiner abwechselnd in Dinkelscherben und Rohrdorf haben Teilnehmer und Trainer zu einer festen Mannschaft zusammengeschweißt. Ausschlaggebend für den einmaligen Erfolg war dann am Schluss neben dem festen Willen der beiden Jungschreiner - Weltmeister zu werden - auch das Quäntchen Glück zu haben, das in der Vergangenheit manchmal gefehlt hat.
Bei den gestellten Aufgaben zählt ja nicht der Weg, sondern nur das Ziel, also das fertige Werkstück. Sicher haben die Teilnehmer, die ja aus der ganzen Welt stammen, ganz unterschiedliche Methoden?
( Schauer ) Die Arbeitsweisen der verschiedenen Länder haben sich die letzten Jahre ziemlich angenähert. Die Asiaten arbeiten nicht mehr am Boden und sind im Umgang mit Oberfräse und anderen Handmaschinen sehr gut trainiert. Verblüffend war, dass unsere Teilnehmer durch die perfekte Handhabung der japanischen Werkzeuge den Asiaten überlegen waren. Wir haben sie also mit ihren eigenen Waffen geschlagen!
Zu einem erfolgreichen Wettkampf gehört ja auch eine mentale Stärke. Wie trainieren Sie das?
( Langenmair ) Um bestehen zu können müssen die Teilnehmer sehr nervenstark sein. Zum einen ist es sehr wichtig, anhand von Filmen und Photos der letzten Wettbewerbe den Ablauf zu vermitteln, einen Überblick zu geben, wie alles abläuft und was alles passieren kann. Allein die Tatsache vor Publikum zu arbeiten ( 140 000 Zuschauer ), muss trainiert werden. Oft reicht es beim Training hinter dem Teilnehmer zu stehen – das macht schon nervös genug! Leider hatten wir dieses Mal nicht wie vor 2 Jahren die Möglichkeit live auf der Messe Holzhandwerk am Stand der Firma Dick zu arbeiten. Dafür durften die beiden Teilnehmer jedoch kostenlos an einem Spezialtraining in den firmeneigenen Schulungsräumen teilnehmen. Das hat Ihnen sehr viel gebracht.
Die Bewertung der Jury ist sicher nicht ganz einfach. Wie kann man sich das vorstellen?
( Schauer ) Die Bewertung läuft sehr fair ab. Das Bewertungsschema wird vorher festgelegt und den Teilnehmern bekannt gegeben. Die Nummern der Werkstücke werden abgeklebt und in der Reihenfolge vertauscht, dass man nicht weiß aus welchem Land die Arbeit kommt ( Blindbewertung ). Jede subjektive Bewertung ( nicht messbar ) erfolgt durch 5 Experten. Diese geben nach Begutachtung der Aufgaben eine Wertung zwischen 1 und 10 Punkten. Beim gleichzeitigen Aufdecken der Wertungen dürfen nicht mehr als 4 Punkte Unterschied sein. Dann werden die niedrigste und höchste Wertung gestrichen und aus den restlichen drei gültigen der Durchschnitt errechnet. Durch die Eingabe in ein spezielles Auswertungs-programm kann genau festgestellt werden, ob man zum Beispiel den Teilnehmer aus Korea im Vergleich zu anderen Experten schlechter bewertet. Schummeln ist also gar nicht möglich.
Ihr Engagement ist ehrenamtlich und nimmt sicher eine Menge Zeit in Anspruch. Warum machen Sie das und wie bringen Sie es mit Ihren Aufgaben als Unternehmer in Einklang?
( Langenmair ) Die Frage ist gut, meine Frau hat mich schon vor Helsinki gefragt, ob das mein letzter Wettbewerb sei. Ich habe wie der Kaiser Franz geantwortet: „schau mer mal“ .Man muss erst selber dabei gewesen sein, um die Atmosphäre so einer WM weiterzugeben. Bekannte aber auch Kollegen aus unserer Innung die in St. Gallen waren, sind begeistert von dem Wettbewerb.Natürlich leidet die Familie und der Betrieb darunter. 4 Wochen Training, 14 Tage Wettbewerb und sonst. Vorbereitungen nehmen viel Zeit in Anspruch. Doch dieser Erfolg war der richtige Lohn für den Einsatz.
Bei allem Idealismus: Ganz ohne Geld geht es vermutlich nicht. Wer finanzierte die deutsche Teilnahme? Und warum?
( Schauer ) Besonders dieses Mal war es bereits im Vorfeld sehr schwierig, da aufgrund großer Löcher in der Verbandskasse eine Teilnahme bereits abgesagt war. Nur durch die Gewinnung von Sponsoren war es möglich, die Teilnahme zu sichern. Das hat viele Gespräche und auch Nerven gekostet. Ohne die Zusage des bayerischen Verbandes, die restlichen Kosten zu übernehmen hätten wir die Kuh nie vom Eis gebracht und dieser einmalige Erfolg wäre ins Wasser gefallen. Aber auf die Frage, ob es sich Deutschland leisten kann an einem solchen Wettbewerb aus finanziellen Gründen nicht teilzunehmen ( Indonesien, Malaysia oder Neuseeland überlegen da nicht lange ) gibt es meiner Ansicht nach nur eine Antwort!
Hatten Sie Zeit, auch von der Stadt Helsinki etwas zu sehen?
( Langenmair ) Wir waren 14 Tage in Helsinki und waren 10 Tage in den Messehallen mit der Vorbereitung, Durchführung und Bewertung beschäftigt. Neben den beiden Reisetagen waren noch 2 Tage, um die Stadt zu besichtigen – so hat man einen kleinen Eindruck von Land und Leuten mitbekommen.
Die deutschen Medien interessieren sich leider sehr wenig für diese Wettkämpfe. Haben Sie ein Gefühl, wie die finnischen Medien über die WM berichtet haben?
( Schauer ) Es ist ziemlich frustrierend, dass die Olympiade in Deutschland einen so schlechten Bekanntheitsgrad hat. Wenn man sich vorstellt, dass selbst die Teilnehmer zum Bundesleistungswettbewerb nicht wissen, dass es anschließend zu internationalen Vergleich geht, lässt das tief blicken. Die Finnen haben dieses Jahr zum Jahr der Berufsbildung ausgerufen und diese Veranstaltung war der Höhepunkt einer Ausbildungsoffensive. Mit 140 000 Zuschauern war es die bestbesuchteste Veranstaltung aller Zeiten auf dem Messegelände ( Helsinki hat ca. 500 000 Einwohner ! ).
In zwei Jahren ist die nächste Berufs-WM. Wissen Sie schon wann und wo?
( Langenmair ) Die nächste WM wird im November 2007 in Shizuoka / Japan stattfinden. Auch für 2009 steht der Austragungsort Calgary / Kanada bereits fest. Zu klären ist nur noch, ob auch die Finanzmittel für eineTeilnahme der Deutschen Schreiner bereitstehen.

 
Alles über die Worldskills 2005 in Helsinki
2 x Gold für deutsche Schreiner, beide Trainer aus Bayern!
Über die Sieger und ihre Trainer
Stefan Treude und sein Weltmeisterstück
- Detailbilder für Kenner und Genießer
Michael Martin und sein Weltmeisterstück
- Detailbilder für Kenner und Genießer
Bilder von der Weltmeisterschaft Worldskills 2005
Interview mit den Trainern W. Langenmair und R. Schauer
Die Medaillen der deutschen Teilnehmer
Herzlicher Dank an die Sponsoren
Externe Links:
Fotogalerie über die Möbelschreiner
Fotogalerie über die Bauschreiner
Ranglisten über alle Disziplinen (PDF)
worldskills 2005 Helsinki skillsgermany member of worldskills

 

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