Freisprechfeier und "Die gute Form" 2011 bei der Schreinerinnung Augsburg Zurück zu Gestern

Freisprechfeier 2011 der Schreinerinnung Augsburg

Mit der „Schwäbischen Galerie“ im Volkskundemuseum Oberschönenfeld hatte sich die Schreinerinnung Augsburg wieder eine für eine Freisprechfeier passende Räumlichkeit ausgesucht.

Innungsobermeister Alois Seitz begrüßte auf das Herzlichste die zahlreichen Gäste, Eltern, Ausbilder. Der Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt, was sicher auch die Wertschätzung des Schreinerhandwerks widerspiegelt. Als Ehrengäste konnte er die Hausherrin, Frau Dr. Beate Spiegel, den Leiter der Berufsschule 6, Herrn Studiendirektor Hans Peter Holland, und den Festredner, Pater Christof Lentz, Diözesanpräses vom Bund der Deutschen Jugend, begrüßen. Sein besonderer Gruß galt aber den künftigen Gesellen, die an diesem Abend den Lohn für ihre Ausbildung und die bestandene Prüfung, den Gesellenbrief erhalten sollten. Symbolisch betrachtete Seitz die Ausbildungszeit mit dem Fußball. Die Meister sind die Trainer, die ihren Spielern, den Auszubildenden, die Spielzüge – Arbeitsgrundlagen, Material- und Maschinenkenntnisse usw. beizubringen versuchen. Aber wie im Sport, so auch im beruflichen Leben, gibt es nicht nur Siege sondern auch Niederlagen. Nach solchen wieder aufzustehen, das legte der Obermeister den künftigen Gesellen dringend ans Herz, um eine erfolgreiche berufliche Laufbahn zu haben.

Grußworte richteten anschließend Fr. Dr. Spiegel und Berufsschuldirektor Hans Peter Holland an die Besucher. Mit Pater Christof Lentz gelang den verantwortlichen der Innung ein Volltreffer. Als gelernter Schreiner schilderte er eindrucksvoll seinen Lebensweg vom Schreinerlehrling in Augsburg bis zur Weihe als Priester. In seinen Ausführungen spürte man deutlich seinen Bezug zum Holz und zum Schreinerhandwerk. Am Schluß seines Vortrages wünschte er den Junggesellen weiterhin viel Erfolg und Gottes Segen. Er schloß mit dem Satz:“ Es ist gut, ja es ist notwendig, Schreiner zu haben“.

Josef Furnier und Konrad Dreyer, die Lehrlingswarte der Innung überreichten anschließend 35 Junggesellen, 29 Jungen und 6 Mädchen, ihre Gesellenbriefe. Wie üblich wird durch die Innung auch der Innungssieger für das beste Gesellenstück geehrt. Axel Studnicka, der im elterlichen Betrieb in Neusäß lernte, fertigte einen modernen Couchtisch und konnte sich damit die begehrte Auszeichnung sichern.

Mit den Gesellenstücken war gleichzeitig der Wettbewerb „Gute Form“, ausgeschrieben. Von einer neutralen Jury, außerhalb der Innung, wurden die Werkstücke von weiblichen Junggesellen am besten bewertet. Sieger wurde Simone Poppe, von der Fa. Schwab aus Augsburg, die einen Notenschrank fertigte. Der Notenschlüssel war dabei so perfekt gestaltet, dass man ihn fast berühren musste, um keiner optischen Täuschung zu unterliegen. Platz 2 belegte Veronika Storr von der Fa. Weinand aus Altenmünster, vor Amanda Natterer von der Fa. Prinzig und Bock aus Augsburg.

Am Schluß der Feier dankte der stellvertretende Innungsobermeister, Tobias Prinzig, insbesondere den Ausbildungsbetrieben für den Einsatz für den Schreinernachwuchs, den Ehrengästen für die Gastfreundschaft und die Grußworte sowie dem Festredner für seinen beeindruckenden Vortrag.

Nach einem gemeinsamen Essen wurde die Ausstellung „Gute Form 2011“ im Gebäude Museumspädagogik eröffnet. Lehrlingswart Josef Furnier bedauerte, dass nur 18 Gesellenstücke präsentiert wurden, obwohl es alle Stücke verdient gehabt hätten, gezeigt zu werden. Bei der Qualität der Stücke kann man sich nur wünschen, dass solch gute Handwerker ihrem Beruf erhalten bleiben. Musikalisch schwungvoll umrahmt wurde die Veranstaltung von der Big Band des Maria Ward Gymnasium und der Leitung von Michael Prestele. (es)